Reaktion auf den Krankenhausreport 2010
SPD fordert Konzept zur Behandlung psychisch Kranker
Bei der Prävention, Behandlung, Rehabilitation psychisch Kranker und ihrer Teilhabe am Arbeitsleben gebe es immer noch viel zu tun. Die Bundesregierung müsse daher zügig ein Gesamtkonzept erarbeiten und die Hilfsangebote ausbauen, fordert die SPD-Bundestagsfraktion.

"Wir brauchen mehr Prävention, die bereits bei Kindern und Jugendlichen ansetzt und die in der Arbeitswelt mehr Angebote zum Abbau psychosozialer Belastungen bereitstellt", sagte die stellvertretende gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Hilde Mattheis, anlässlich der Veröffentlichung des Krankenhausreports 2010 der GEK.

In der ambulanten wie stationären Versorgung fehle Personal, die Wartezeiten für einen Termin beim Psychiater oder für einen Therapieplatz seien zu lang. "Eine ambulante Rehabilitation und Nachsorge für psychisch Kranke, die Therapieabbrüche, Rückfälle und die Wiederaufnahme in stationäre Einrichtungen reduziert, ist in Deutschland so gut wie gar nicht vorhanden", kritisierte sie.

Immer noch seien kaum spezifische Maßnahmen zu erkennen, psychisch Kranken die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Viel zu viele fielen unnötig aus dem Arbeitsleben heraus.

Das Risiko, im Laufe seines Lebens eine psychische Krankheit zu bekommen, liegt dem Bundesgesundheitssurvey 1998 zufolge bei 42,6 Prozent. Die häufigste psychische Störung sind nach einem Bericht der Techniker Krankenkasse 2008 Depressionen.

Gründe für den Anstieg der Behandlungstage sieht die Barmer-Studie in instabilen wirtschaftlichen Verhältnissen vieler Menschen und zunehmenden familiären Problemen.

Zudem ist die Behandlung psychischer Erkrankungen zeitaufwendig: Frauen bleiben im Durchschnitt 26 Tage in der Klinik, Männer 20 Tage. Die durchschnittliche Verweildauer aller Krankenhausbehandlungen lag im vorigen Jahr bei 8,5 Tagen. ck/pm, Logo: SPD