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Universität Bremen
Gesundheit von Azubis in der Pflege stärker fördern
Nicht nur der Pflegeberuf, auch die Schule muss attraktiver werden. Schon in der Pflegeausbildung sollte die Gesundheitsförderung daher mehr Aufmerksamkeit erhalten.
Gestiegene Arbeitsbelastungen, Überforderung und Burn-out bei Pflegekräften sind schon lange bekannt. Ebenso die damit verbundenen krankheitsbedingten Fehlzeiten, die hohe Fluktuationsrate und das schlechte Image des Pflegeberufs.
Die aktuelle Studie des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) im Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen liefert nun erstmals Ergebnisse zu den bisherigen Strategien der Schulen, Auszubildende in der Pflege gesund zu erhalten. Darüber hinaus geben die Daten Auskunft über den aktuellen Gesundheitszustand von Azubis in Pflegeberufen.
Im Rahmen der "Bundesweiten Vollerhebung zu Gesundheitsförderung und Prävention an Pflegeschulen", die von Oktober 2009 bis Juli 2010 erfolgte, wurden alle 1.314 Pflegeschulen in Deutschland erfasst. Zusätzlich wurden 1.119 Pflegeauszubildende zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt.
Bereits die Hälfte der Schülerinnen und Schüler leidet danach täglich bis wenigstens einmal wöchentlich an Kreuz- beziehungsweise Rückenschmerzen. Fast ebenso viele geben Nacken- oder Schulterschmerzen an. Unter Kopfschmerzen leiden 46 Prozent der angehenden Pflegekräfte mindestens einmal wöchentlich.
Gut ein Drittel gibt an, dass bei ihnen täglich bis mehrmals wöchentlich Schlafstörungen auftreten. Bei 26 Prozent kommt es zu Bauch- und Magenschmerzen. Insgesamt beurteilt ein Drittel der Auszubildenden ihren körperlichen Gesundheitszustand und ihr allgemeines Wohlbefinden als nur befriedigend bis mangelhaft.
"Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege besteht ein deutlicher Bedarf an gesundheitsförderlichen Konzepten gerade angesichts alternder Belegschaften", urteilt Studienleiter Prof. Stefan Görres vom IPP.
Politik und Akteure des Gesundheitswesens seien zukünftig stärker als bisher gefragt, sich mehr um die Gesunderhaltung von Pflegenden zu bemühen, damit sie auf hohe Krankenstände und eine vergleichsweise hohe Fluktuation schnell reagieren können.
Neu sei - das zeigten die Ergebnisse der IPP-Studie -, dass damit schon in der Ausbildung begonnen werden muss. "Nicht nur der Beruf, sondern auch die Schulen müssen deutlich attraktiver werden", fordert Görres. "Durch entsprechende Angebote zur Förderung der Gesundheit könnten sie die Anziehungskraft auf jugendliche Berufsanfänger deutlich erhöhen." ck/pm
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