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Weltärztinnenkongress 2010
Ärztinnen fordern geschlechtsspezifische Differenzierung in der Medizin
Patientinnen müssen stärker in Studien zu neuen Medikamenten und Therapien einbezogen werden; Aussagen zu Anwendung und Dosierung von Arzneien dürfen nicht allein an männlichen Probanden gemacht werden - so die Forderungen der Medizinerinnen auf dem Weltärztinnenkongress 2010 in Münster.
"Frauen sind nicht einfach verkleinerte Männer", sagte die Vizepräsidentin des Weltärztinnenbundes, Waltraud Diekhaus, in Münster. Die Quote bei klinischen Studie steige zwar langsam, Frauen seien aber immer noch deutlich unterrepräsentiert, erläuterte Regine Rapp-Engels, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes.
Auch ältere Menschen - Männer wie Frauen - seien nicht ausreichend in solchen Untersuchungen vertreten, obwohl sie einen Großteil der Patienten ausmachten. Frauen gelten weithin als weniger gut für medizinische Studien geeignet, weil etwa hormonelle Schwankungen zu Unwägbarkeiten bei den Ergebnissen führen können.
Auch bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen müssten Unterschiede zwischen Mann und Frau berücksichtigt werden. "Vieles steckt noch in den Kinderschuhen, aber unser Fernziel ist eine geschlechtsspezifische Differenzierung in der Wissenschaft und bei der medizinischen Behandlung", sagte Diekhaus.
Der 1919 gegründete Weltärztinnenbund, dem Ärztinnen aus fast 80 Nationen angehören, kommt alle drei Jahre zu seinem Kongress zusammen. Die Vereinigung engagiert sich für eine stärkere Beachtung von Patientinnen im Gesundheitswesen und von Ärztinnen in Studium und Beruf. ck/dpa
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